KI bringt Ökonomen dazu, die Geschichte der Automatisierung zu überdenken
June 15, 2024
KI bringt Ökonomen dazu, die Geschichte der Automatisierung zu überdenken Wird künstliche Intelligenz dabei sein, eine große Zahl von Menschen arbeitslos zu machen? Die meisten Ökonomen würden argumentieren, dass die Antwort Nein lautet: Wenn Technologie Menschen dauerhaft arbeitslos macht, warum gibt es dann nach Jahrhunderten neuer Technologien immer noch so viele Arbeitsplätze übrig? Neue Technologien, so behaupten sie, machen die Wirtschaft produktiver und ermöglichen den Menschen den Eintritt in neue Bereiche – wie die Verlagerung von der Landwirtschaft zur verarbeitenden Industrie. Aus diesem Grund vertreten Ökonomen seit jeher die allgemeine Ansicht, dass die Umwälzungen, die der technologische Wandel auch immer verursachen mag, „irgendwo zwischen gutartig und wohlwollend“ liegen. Ökonomen verstehen die Welt, indem sie Modelle erstellen. Diese Modelle versuchen, die chaotische, weitläufige Realität moderner Volkswirtschaften zu erfassen, sind jedoch absichtlich vereinfacht. Das Ziel besteht darin, wichtige Entscheidungen und Kompromisse zu veranschaulichen, die die Wirtschaft prägen. Dabei prägen diese Modelle oft mit, worauf politische Entscheidungsträger achten. Während Ökonomen ihre Automatisierungsmodelle aktualisieren, verändern sie sowohl das Verständnis der Branche darüber, was Technologie mit Arbeitnehmern macht, als auch die Debatte darüber, wie Politiker und Regulierungsbehörden reagieren sollten. Arbeitsökonomen verkomplizierten diese Geschichte später, indem sie zwischen „hochqualifizierten“ und „geringqualifizierten“ Arbeitskräften unterschieden, die üblicherweise anhand von Daten zum Bildungsniveau angenähert wurden. Dadurch konnten sie modellieren, wie Technologien die Ungleichheit erhöhen könnten. Computer machten viele Wissensarbeiter viel produktiver – dank Innovationen wie Tabellenkalkulationen und E-Mail – und erhöhten dadurch ihre Löhne. Aber weniger gut ausgebildete Arbeitnehmer profitierten davon nicht, was zu dem führte, was die Harvard-Ökonomen Claudia Goldin und Lawrence Katz als „Wettlauf zwischen Bildung und Technologie“ bezeichneten. Die neueren Automatisierungsmodelle der Ökonomen liefern auch wichtige Lehren für die kommende Technologiewelle. Wenn KI eine Ära weit verbreiteten Wohlstands einläuten soll, müssen zwei Dinge wahr sein. Erstens müssen neue Arten von Arbeit geschaffen werden, bei denen Menschen hervorragende Leistungen erbringen können – neue Aufgaben, die es vorher nicht gab. Zweitens muss die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen, von Unternehmen bis hin zu Regierungen, die Stimmen der Arbeitnehmer einbeziehen. Das bedeutet nicht unbedingt, den Arbeitnehmern ein Vetorecht bei jedem potenziellen KI-Anwendungsfall einzuräumen oder darauf zu bestehen, dass keine Arbeitsplätze verloren gehen. Aber es bedeutet, sicherzustellen, dass die Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, ihrer Meinung Gehör zu verschaffen. Wirtschaftswissenschaftler bleiben insgesamt weniger pessimistisch gegenüber KI als viele ander...
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